Sucht oder nicht Sucht,

wie denkt Ihr darüber?

 
Gegen das Vorhaben, das Rauchen als Krankheit „anzuerkennen“, sind erhebliche Bedenken anzumelden, nicht nur wegen der „vergütungsrechtlichen Rahmenbedingungen“. Wenn Raucher durch den Nikotinkonsum gesundheitlichen Schaden nehmen und im Durchschnitt 15 Jahre früher sterben als Nichtraucher, so ist diese unnütze Angewohnheit zwar krankmachend, aber doch nicht selbst eine Krankheit! Zum Begriff der Sucht gehören für mich die tatsächliche körperliche Abhängigkeit und in Verbindung damit das Entzugssyndrom bis zum Delir. Das Fortlassen des Nikotins führt aber nur zu einer schwierigen und eventuell langwierigen Phase der kribbeligen Unruhe und der Unsicherheit, was man der Hand und dem Mund statt der Zigarette anbietet. Wenn von denen, die das Rauchen aufgeben wollten, nur 20 Prozent ärztliche Hilfe gesucht haben, spricht das Bände. Eigene Erfahrung und vielfältige Beobachtungen im persönlichen Umfeld sprechen tatsächlich dafür, dass es sich eher um eine Art „Beschäftigungsneurose“ handelt, die nur nach festem Entschluss und mit eisernem Willen beendet werden kann. Das Krankenversicherungssystem darf damit nicht belastet werden! hmmm
Dr. med. Hartmut Nöldeke, Schooster Straße 31, 26419 Schortens

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/V4/archiv/artikel.asp?id=62040

[Edit Jörg: Quell-Link ergänzt]

01.12.2008 17:24 | geändert von Jörg: 01.12.2008 18:44


 
Hallo Bobby,
unglaublich, dass ein Arzt so etwas sagt. Die WHO definiert Sucht so:

Körperliche Abhängigkeit

Körperliche Anzeichen der Abhängigkeit. Zu den Kriterien der körperlichen Abhängigkeit werden gezählt:
Entwicklung einer Toleranz. Das bedeutet, der Betroffene muss immer mehr von einer Substanz einnehmen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Die Dosis wird immer mehr gesteigert.
Wird das Suchtmittel abgesetzt, zeigen sich körperliche Entzugserscheinungen. Diese Entzugserscheinungen sind je nach Substanz unterschiedlich und werden medizinisch auch als Entzugssyndrom bezeichnet.
Substanzen werden eingenommen, um Entzugserscheinungen zu vermeiden oder zu lindern.




Psychische Abhängigkeit

Die seelischen Anzeichen der Abhängigkeit sind nicht immer leicht zu identifizieren. Bei der psychischen Abhängigkeit werden andere Merkmale in den Vordergrund gestellt. Dazu zählen:
Heftiges und gelegentlich unbezwingbares, sehr starkes Verlangen, eine Substanz zu konsumieren mit dem Ziel, positive Empfindungen herbeizuführen oder unangenehme Empfindungen zu vermeiden.
Betroffene haben über den Beginn und das Ende des Konsums sowie über die Menge des Substanzgebrauchs nur eine verminderte Kontrolle. Dazu gehören auch Versuche, ein Ende zu erzwingen.
Die Alltagsaktivitäten sind auf Möglichkeiten und Gelegenheiten zum Substanzkonsum hin ausgerichtet. Der Lebensstil ist eingeengt auf den Suchtmittelkonsum.
Soziale, familiäre und berufliche Interessen werden vernachlässigt.
Trotz auftretender schädlicher Folgen wird der Konsum fortgesetzt.
Verstöße gegen gesellschaftliche Normen, z. B. Alkoholkonsum am morgen.

Quelle: http://www.medizinfo.de/sucht/sucht/abhaengigkeit.shtml

Ich bin mir sehr sicher, dass ich Nikotinsüchtig bin. Wäre ich es nicht, würde ich schon lange nicht mehr rauchen. Und ich hätte, bei all meinen gescheiterten Versuchen, nicht immer wieder heimlich angefangen und dabei mich und alle anderen belogen.

LG Jamie

[Edit Jörg: Quell-Link ergänzt]

Wenn ich mir nochmal was anzünde, dann höchstens den Grill!

01.12.2008 17:57 | geändert von Jörg: 01.12.2008 18:49


 
Wie nennt Ihr jemanden der:

Morgens gleich nach dem Aufstehen Alkohol trinkt,
auf der Fahrt zur Arbeit Alkohol trinkt,
während der Arbeit jede mögliche Pause zum Alkohol trinken nutzt,
auf dem Weg nach Hause Alkohol trinkt,
immer auf Vorrat Alkohol einkauft weil er Angst hat der könnte alle sein,
zur Hause den ganzen Abend weiter Alkohol trinkt,
Kurz vor dem Zubettgehen Alkohol trinkt.....

und das jeden Tag, jeden, jeden, jeden Tag über Jahre und Jahrzehnte, obwohl er weiss das das krank macht und tötet.....

Na klar, das ist ein schwerer Alkoholiker. Der ist krank, behandlungsbedürftig.


Nun ersetzt das Wort "Alkohol" durch "Zigarretten" und "trinkt" durch "raucht"

Und schon waren wir alle hier einmal so!!! Und das soll keine Sucht sein?


erröt Frank

NMR SEIT 26.01.08, 4 Wochen Champix genommen

01.12.2008 18:23


 
Hallo Bobby,
unglaublich, dass ein Arzt so etwas sagt. Die WHO definiert Sucht so:

[quote]Körperliche Abhängigkeit

Körperliche Anzeichen der Abhängigkeit. Zu den Kriterien der körperlichen Abhängigkeit werden gezählt:
Entwicklung einer Toleranz. Das bedeutet, der Betroffene muss immer mehr von einer Substanz einnehmen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Die Dosis wird immer mehr gesteigert.
Wird das Suchtmittel abgesetzt, zeigen sich körperliche Entzugserscheinungen. Diese Entzugserscheinungen sind je nach Substanz unterschiedlich und werden medizinisch auch als Entzugssyndrom bezeichnet.
Substanzen werden eingenommen, um Entzugserscheinungen zu vermeiden oder zu lindern.




Psychische Abhängigkeit

Die seelischen Anzeichen der Abhängigkeit sind nicht immer leicht zu identifizieren. Bei der psychischen Abhängigkeit werden andere Merkmale in den Vordergrund gestellt. Dazu zählen:
Heftiges und gelegentlich unbezwingbares, sehr starkes Verlangen, eine Substanz zu konsumieren mit dem Ziel, positive Empfindungen herbeizuführen oder unangenehme Empfindungen zu vermeiden.
Betroffene haben über den Beginn und das Ende des Konsums sowie über die Menge des Substanzgebrauchs nur eine verminderte Kontrolle. Dazu gehören auch Versuche, ein Ende zu erzwingen.
Die Alltagsaktivitäten sind auf Möglichkeiten und Gelegenheiten zum Substanzkonsum hin ausgerichtet. Der Lebensstil ist eingeengt auf den Suchtmittelkonsum.
Soziale, familiäre und berufliche Interessen werden vernachlässigt.
Trotz auftretender schädlicher Folgen wird der Konsum fortgesetzt.
Verstöße gegen gesellschaftliche Normen, z. B. Alkoholkonsum am morgen.

Quelle: http://www.medizinfo.de/sucht/sucht/abhaengigkeit.shtml

Ich bin mir sehr sicher, dass ich Nikotinsüchtig bin. Wäre ich es nicht, würde ich schon lange nicht mehr rauchen. Und ich hätte, bei all meinen gescheiterten Versuchen, nicht immer wieder heimlich angefangen und dabei mich und alle anderen belogen.

LG Jamie

[Edit Jörg: Quell-Link ergänzt]

Hey Jamie,

wobei meiner Meinung nach,der Schwerpunkt beim Rauchen psychischer Natur ist.Gereiztheit,Ungeduld,Nervosität ,etc..... wütend

Das Körperliche haben wir doch alle relativ schnell hinter uns gelassen. zwinker

Der Zeitliche Abstand ist halt sehr individuell.Körperlicher Entzug

wie z.B.Alkohol,Heroin,etc ist beim Nikotin nicht angesagt.


Gruss Bobby

01.12.2008 20:13


 
Hallo,

also der körperliche Entzug war eigentlich der einfachste Part um das rauchen aufzugeben, mein Kopf brauchte dazu länger, das heisst mein Körper war ganz schnell bereit zu akzeptieren, ich rauche nicht mehr und meine Rituale meine gewohnheiten und meine Gedanken hängen auch nach über 60 Tagen noch an der Zigarette, wobei auch das alles weniger wird und besser wird, da mein Körper kein Nikotin mehr benötigt

ich denke nicht mehr oft an eine Zigarette, möchte nun das Wort denken betonen, jemand der total süchtig ist, der kann nicht an etwas denken ohne es zu nutzen..ich kann an die zigarette denken ohne jetzt eine rauchen zu müssen..ich bin frei von der sucht..und fühle mich frei

also ich war süchtig wie ein Alki und bin nun trockner Raucher oder wie nenne ich das nun

ich weiss ich bin ein Leben lang wie ein Alki gefährdet, und ich gehe in einen Raum, stelle mich vor und sage ich bin ein Raucher, aber ich habe beendet, doch sucht ist ein leben lang in uns

LG

Doris

NMR seit 25.09.08 und stolz darauf lächel

01.12.2008 20:47


 
HI,
heute sage ich eindeutig: Rauchen ist eine Sucht. Und sie ist tatsächlich gefährlich. Das hätte ich allerdings im Raucherleben nie zugegeben, da wurde der Nikotinbedarf ja nach innerlicher Nachfrage gleich/alsbald gedeckt, fertig und gut wars.

Ich glaube inzwischen jedoch, dass der körperliche Entzug unterschätzt wird. Es ist sehr individuell. Leider kann ich mich nicht auf irgendwelche Studien beziehen, sondern hier nur aus eigender Erfahrung berichten. Der gedankliche Abschied geht relativ schnell (ca. 4 Wochen) vorbei - ich empfinde es so, als ob ich mich von jedmand, den ich sehr liebte, verabschieden musste/wollte und nun lernen muss mit der "Trauer" bzw. dem Abschiedsschmerz umzugehen. Wer gut "loslassen" kann/muss, heult eine Woche lang (höchstens 4!), aber dann ist auch gut. Länger sollte man ihm/ihr Teufel nicht nachweinen, ist ja schließlich niemand gestorben.

Der körperliche Entzug dauert bei mir länger. Er wurde zwar ab der 6. Woche, spätestens ab der 8. Woche nach dem Rauchstopp entschieden besser, aber die Teufel sind immer noch leicht- bis "mittelschwer" drin. Allerdings in kürzeren Zeiträumen, eine halbe Stunde ist das Längste, wo ES erröt sich in meinem Köper aufhält, ca. 1 bis 2 Mal am Tag. Körperliche Erscheinungen sind dann:
- Druck im gesamten Brustkorb, Spannung
- Ziehen in der Luftröhre bis zum Hals hinauf, Vakuumgefühl

Ansonsten lebt es sich jedoch ziemlich gut, wenn die Sucht nach und nachlässiger wird zwinker lach Die Vorteile im Alltagsleben sind einfach klasse. Ich persönlich hätte es eben wiedermal so gerne noch einen Tick besser mit diesem erröt
Aber wie gesagt, das ist schon so unglaublich viel besser. Daumen hoch Daumen hoch und wenn das so weiter geht... oh je.. dann brauch ich vielleicht dieses Forum nicht mehr lach
LG slogislog
bäh erröt zwinker bäh lach Sonne Klee

Ohne Hilfsmittel, NIE geraucht seit dem 03.10.08 lächel

01.12.2008 21:28


 
Neue Studie rückt Nikotinabhängigkeit in die Nähe von Alkohol- oder Drogenmissbrauch
Nikotinabhängige Raucherinnen und Raucher weisen in der Funktion des Dopamin-Systems im Gehirn ähnliche Defizite auf wie andere Suchtkranke. Das haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Christoph Fehr, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, und Prof. Dr. Mathias Schreckenberger, kommissarischer Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Mainzer Universitätsklinikums, mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) herausgefunden.
Die Studie, die gerade in der Online-Ausgabe des renommierten "American Journal of Psychiatry" erschienen ist, zeigt klar, dass die neurobiologischen Auswirkungen von Nikotin ähnlich denen von Alkohol, Kokain, Heroin oder Amphetamin sind - und ist damit ein konkreter Befund, der dem Rauchen die gleichen charakteristischen Merkmale zuschreibt, die auch beim Alkohol- und Drogenmissbrauch auftreten.
Mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) haben sie den Dopamin-Stoffwechsel im Gehirn von insgesamt 17 starken Rauchern und Raucherinnen untersucht und mit demjenigen von insgesamt 21 Nichtrauchern und Nichtraucherinnen verglichen. Nikotin setzt - ebenso wie Alkohol oder Drogen - in einem Teil des Mittelhirns den Botenstoff Dopamin frei. Rezeptoren auf der Oberfläche von Nervenzellen binden Dopamin und werden in die Zelle geschleust. Bei chronischem Nikotinkonsum kann sich in Folge einer dauerhaften Dopamin-Freisetzung die Dichte der Rezeptoren verändern. So zeigt die aktuelle Studie, dass in einem Teil des Gehirns die Verfügbarkeit bestimmter Dopamin-Rezeptoren bei den Rauchern gegenüber den Nichtrauchern stark erniedrigt ist.
Eine ähnlich niedrige Rezeptorverfügbarkeit in diesem Teil des Gehirns tritt auch bei Patientinnen und Patienten auf, die Alkohol-, Kokain-, Heroin- oder Amphetamin-abhängig sind. Das Dopamin-System ist entscheidend daran beteiligt, neues interessant zu finden bzw. eine Belohnung bei bestimmten Auslösern zu antizipieren. Eine niedrige Verfügbarkeit von Dopamin-Rezeptoren in diesem Bereich verschlechtert die natürliche Dopamin-Wirkung. "Dieses Muster ist auch von Patienten mit anderen Suchterkrankungen bekannt", erläutert der Erstautor der Studie, Dr. Christoph Fehr. ]"Dies ist ein Beleg dafür, dass Rauchen eine dem Alkohol- oder Drogenmissbrauch- vergleichbare Sucht ist".

Aus http://www.rauchfrei-info.de/index.php?id=225&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=649&tx_ttnews%5BbackPid%5D=134

Warum scheitern die meisten Aufhörversuche? Weil die meisten nicht erkennen oder erkennen wollen, dass sie süchtig sind. Die Zig. wird nicht so als Bedrohung angesehen wie Alkohol und Drogen.
Ich sage ich bin süchtig, deshalb gibt es für mich auch nicht die "Eine".

Seit 18.09.07 ein glücklicher NMR und trotz dem Teufel soll es so bleiben

02.12.2008 07:54


 

Warum scheitern die meisten Aufhörversuche? Weil die meisten nicht erkennen oder erkennen wollen, dass sie süchtig sind.

dabei ist gerade das nach meiner Meinung das Wichtigste. Nur wenn ich kapiert habe, dass ich mich mit einer ganz erheblichen Sucht auseinander setze, werde ich die heftigen Suchtattacken erkennen, verstehen und aushalten können, weil ich sie ja auch erwarte. "Gewohnheiten" zu ändern wäre ja leicht.

Gruss, Frank erröt

NMR SEIT 26.01.08, 4 Wochen Champix genommen

02.12.2008 18:17


 
Warum scheitern die meisten Aufhörversuche? Weil die meisten nicht erkennen oder erkennen wollen, dass sie süchtig sind. Die Zig. wird nicht so als Bedrohung angesehen wie Alkohol und Drogen.
Ich sage ich bin süchtig, deshalb gibt es für mich auch nicht die "Eine".

genau, drum sage ich bewusst, ich bin süchtig, ich bin jetzt "trocken"oder "rauchfrei", doch ich bin süchtig und diese Sucht werde ich nicht verlieren, daher gibt es für mich auch nicht die "Eine", da ich weiss ich würde wieder ein von morgens bis abends rauchender Schornstein sein. Rauchen ist eine Sucht und eine genauso gefährliche Sucht wie Alkohol von der Abhängigkeit aus betrachtet. Beim Rauchen bin ich zwar noch Herr meiner Sinne, was bei zuviel Alkohol nicht mehr gegeben ist, doch körperliche Schäden sind bei einem Raucher genauso schlimm, vielleicht schlimmer, weiss nicht, sterben weil ich keine lebensnotwendige Lungenfunktion mehr habe und ersticke
oder meine Leber nicht mehr intakt ist, ich weiss nicht was schlimmer ist, ich tippe nun einfach mal auf, hilfe ich bekomme keine Luft mehr, aber ich kenne mich da medizinisch nicht so aus..

Rauchen ist eine Sucht und ob die Krankenkassen das nun anerkennen oder nicht, wobei Krankenkassen sich ja gewöhnlich gerne aus der Misere ziehen, hauptsache man zahlt genügend, wird aber nie krank..wie sieht es eigentlich mit einer berufsunfähigkeit aus, wenn ich wegen einer lungen erkrankung nicht mehr erwerbsfähig bin?

LG

Doris

NMR seit 25.09.08 und stolz darauf lächel

02.12.2008 21:17


 
Hiho,

als ich zum ersten mal so ganz richtig erfasste, dass ich süchtig bin und was das im Endeffekt bedeutet, passierte das Gegenteil. Ich fühlte mich noch ausgelieferter und noch hilfloser und aufhören rückte in noch weitere Ferne bäh

Bis zum 23.07. halt... lach

Am 23.07.2008 erblickte ein neuer, kleiner Exraucher das duftende Licht der Welt... und am 01.10. ein kleiner neuer Sportmops... und seit ca. 1.11. "ent"-mopst... Strike!

03.12.2008 06:16


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